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OOMPH! Augen auf!

Anfang der 90iger Jahre kam keiner an drei Niedersachsen vorbei, zumindest dann nicht, wenn er die härteren Töne bevorzugte. Hymnen wie „der neue Gott“ oder „ich bin Du“ bringen noch heute die Tanzflächen in den Clubs zum beben. Und mal ehrlich, es ist doch nach wie vor schön. Leider nahm mit dem Erfolg der Niedersachsen auch die Gitarren zu tun, und von dem Industrial/Ebm Sound, welchen Oomph! auszeichnete blieb nicht viel übrig. Gegen Ende des letzten Jahrtausends meldeten sie sich dann wieder zurück, mit der Erkenntnis, das Melodien doch wichtig sind und legten mit „das weiße licht“ einen Song hin, der selbst mich überzeugte, und das obwohl, die Gitarren nicht eingestaubt wurden, nur halt dezent zurückgefahren. Ich gebe es wieder zu, ich steh nun mal auf elektronische Musik. Mit „Fieber“ in Zusammenarbeit mit Nina Hagen überzeugten die drei Manen Dero, Flux und Crap endgültig wieder von Qualität und die Ausflüge in die Heavy Welten waren verziehen und bei weiten auch nicht vergessen.

Nun läuft seit einiger Zeit auf Viva das neueste Machwerk der 3. Und mit „Augen auf“ beweisen sie, das sie es auch in diesen Jahrtausend nicht verlernt haben zu provozieren und das mit guter Musik. Das Video überzeugt durch seine Stimmung, die wohl im Altersheim für Dauereinsatz der Herzschrittmacherteams sorgen würde. Endlich mal wieder was anderes, was gutes, im deutschen Musikfernsehen, welches ich eigentlich schon länger als den Kinderkanal2, nur langweiliger betrachte. Die Gitarren sind immer noch da und das zeitweise ziemlich aufdringlich, aber nicht fehl am Platz. Der Gesang ist wieder deutsch und schwankt zwischen schlechter Laune und absoluter Wut. Oomph kombinieren mal wieder Härte mit Melodie und auf gewisse Weise zeigen sie die Schönheit der Gewalt.

„Augen auf ich komme....“ keine Ahnung ob das wirklich eine Drohung ist oder doch mehr ein Versprechen. Das cleverste am ganzen Song ist die Verwendung des bekannten Kinderreims „Eckstein...“, das hilft sich den Song einzuprägen und wahrscheinlich mit dem servieren auf dem Musikkanälen zum Einstieg in die Charts. Es sei ihnen gegönnt, hat der Song doch durchaus noch den Wieder erkennungswert den die Gruppe Oomph! ausmacht. Oomph! bleibt Oomph! wenn auch immer ein bisschen anders. Der mir hier noch zusätzlich vorliegende „Freizeichen vs. Oomph!-Mix“ hingegen verliert an  Energie. Er klingt als hätten Molotov  und Tok Tok  die Promobänder geklaut und irgendwas lustlos zusammen gezimmert. Auch wenn die Gitarre nur noch dezent ist, aber das Original kann mehr überzeugen. Hört es an, ab 12.01.04 ist die Scheibe zu haben und ihr werdet mich verstehen und denkt dran „Augen auf ich komme.....“

Dennoch keine Zeitverschwendung sich den Song ein paar mal durch die Gehörgänge fließen zu lassen und ich bin überzeugt, er wird in den Clubs um die Ecke, demnächst öfters zu hören sein. Wäre ich Lehrer, würde ich sagen „Jungs eine gute zwei, irgendwas fehlt noch, aber macht weiter so und bald gibt es ein Bienchen!“ DJ EXECUTE